"Ob das Kunst ist, was ich mache, weiß ich nicht. Wenn andere meinen ich sei ein Künstler, dann will ich sie nicht davon abbringen. Entscheidend ist doch, dass ich mit meinem Tun Leute erreiche. " JEYS186
Philipp-Johannes Müller aka „JEYS186“: Von den Straßen der Ghettos hin zum anerkannten Fassadengestalter. Das ist sicher nicht der Weg, den JEYS in seiner Laufbahn als Graffitimaler genommen hat. Und doch fühlt er sich eng verbunden mit einer Kultur aus Wahrheit, Treue, Freundschaft und Gemeinschaft, weil es bei Graffiti keine Rolle spielt, über welche sozialen Umwege man auf diesen Weg gelangt.
Über das klassische Graffiti kam er zu dreidimensionalen Grafiken und zum Fotorealismus, welcher ihn am stärksten beeinflusste. Schon bald hat er mit seinem damaligen Schulfreund „KRISH25“, der durch ihn zum Malen (Sprühen hat oft einen negativen Touch) gekommen ist, die ersten Produktionen gemeinsam gemacht. Somit entstand das 2MOST ART TEAM, nur eine Idee, die aus dem Freundeskreis heraus gewachsen ist; eine Plattform zur Repräsentation.
In Form von Auftragsarbeiten haben sie viel in der Gemeinde Schwielowsee gemacht. Mittlerweile ziehen die Aufträge immer weitere Kreise. Im Sommer 2007 war JEYS bei der internationalen Industriebrachenumgestaltung (iBUG) in Meerane aktiv. Heute reist er auf zahlreiche „Jams“, Treffen der Writingkultur, wo man zusammen mit anderen Sprayern Ideen austauscht und Wandproduktionen zusammen erstellt. Außerdem wurde von ihm das „Graffiti Clashes“ ins Leben gerufen; ein Treffen, um sich einmal im Monat zum gemeinsamen Skizzen zeichnen, Austausch und gegenseitige Motivation zusammen zufinden.
Beim Kunstbegriff der Malerei ist der erste Gedanke ein Pinsel und eine Leinwand. Bei JEYS sind es in erster Linie nur Wände und Sprühdosen, um die Kunst quasi für Jedermann sichtbar zu machen. Es geht ihm dabei nicht nur darum Farbe in graue Ecken zu bringen, sondern auch zum Stehen bleiben, Schmunzeln, oder Nachdenken anzuregen.
"Zu erobern bleibt den Graffiti-Künstlern somit nur noch die dunkle Seite des Mondes, von der aus sie den künstlichen Farbstrahl aus der Spraydose in die Weite des Alls schießen. " Bernd Künzing in "Straight Lines"